Verteidigung gegen den Vorwurf des Sexuellen Mißbrauchs

Als Fachanwalt für Strafrecht mit dem Schwerpunkt Sexualstrafrecht verteidige ich Sie auch beim Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen.

Das erste Urteil: Die Vorverurteilung

Sobald es um das Thema geht, schrillen bei den Meisten die Alarmglocken. Die öffentliche Meinung  -ungeachtet des eigentlichen Vorwurfs und seines Wahrheitsgehaltes –  steht bereits fest: „Irgendwas wird schon dran sein“.

Bei wohl keinem anderen Vorwurf ist die Gefahr der Vorverurteilung höher. Denn anders als bei den übrigen Sexualdelikten sind die vermeintlichen Opfer immer schwach und schutzlos. Das macht die Vorverurteilung durchaus nachvollziehbar, sollte aber aus Sicht der Verteidigung immer Anlass geben, besonders genau hinzuschauen.

Was sagt das Gesetz?

Den Begriff des sexuellen Mißbrauchs nennt das Strafgesetzbuch in verschiedenen Paragrafen. In der gerichtlichen Praxis geht es meist um den sexuellen Mißbrauch von Kindern (§ 176 StGB), von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB), und von Jugendlichen (§ 182 StGB).

Verteidigung bei Sexuellem Mißbrauch

Hat ein sexueller Mißbrauch stattgefunden, werden seitens der Ermittler alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Anklage gegen den Beschuldigten „wasserdicht“ zu machen. Gerade aufgrund der Versäumisse und Pannen, die in letzter Zeit passiert sind, will man nicht als „untätige Behörden“ im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Da die Gegenseite also exrem genau hinschaut, ist es in so einem Fall umso wichtiger, sich mit einem Fachanwalt für Strafrecht mit dem Schwerpunkt Sexualstrafrecht zusammenzusetzen, um alle weiteren Schritte zu besprechen. Was ist eine Einlassung? Was ist ein Geständnis? Und wie kann das Ganze in einem Strafprozess richterlich gewertet werden? Überlassen Sie hier nichts dem Zufall und vertrauen Sie sich einem Fachanwalt an.

Der Mißbrauchsbegriff als Waffe

Besonders der Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs von Kindern und Jugendlichen wird oft in Zusammenhang mit Trennungsstreitigkeiten zwischen Erwachsenen laut. Es kommt oft zu einer Instrumentalisierung der Kinder als Waffe in einem Trennungskampf zwischen den Erwachsenen. Meiner Erfahrung nach ist es sehr selten so, dass Kinder in polizeilichen Vernehmungen oder bei Gericht wissentlich lügen. Vielmehr besteht oft Grund zur Annahme, dass die kindlichen Zeugen durch gezielte oder selbst unbewusste Beeinflussung (Induktion) einen Sachverhalt schildern, der tatsächlich gar nicht oder anders stattgefunden hat.

Überprüfung der Glaubwürdigkeit

Bestehen Zweifel an der Glaubhaftigkeit?  Dann sind diese meist darauf zurückzuführen, dass von Erwachsenenseite auf Kinder eingewirkt wurde, um den jeweiligen eigenen Interessen zu dienen. Zur Aufklärung der Schuldfrage hilft es es daher eher selten, ein Kind im Gerichtssaal konfrontativ zu befragen oder durch das Gericht befragen zu lassen. Ergeben sich Anhaltspunkte für eine nicht erlebnisbasierte (falsche) Zeugenaussage, muss die Verteidigung genau da ansetzen, wo die Ursache dafürauch zu finden ist, nämlich bei den beteiligten Erwachsenen. Dies kann durch eigene Ermittlungen geschehen oder, das ist der Regelfall, durch eine genaue Analyse der Aussage und deren Entstehung. Ergeben sich hier konkrete Anhaltspunkte für eine Beeinflussung, sind diese herauszustellen und nötigenfalls psychologische Sachverständige hinzuzuiehen.

Was Experten dazu sagen

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt. Hier eine in Stichpunkten verfasste und gut verständliche Übersicht des Psychologen Steffen Dauer mit  dem gelungenen Titel „Dichtung und Wahrheit“  und das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs zu den Ansprüchen an ein Glaubhaftigkeitsgutachten. Wer sich einen gut lesbaren weiteren Überblick verschaffen möchte, sollte zu Max Stellers Buch „Nichts als die Wahrheit“ oder dem nicht weniger spannenden Werk der Psychologin Julia Shaw mit dem treffenden Titel „Das trügerische Gedächtnis“ greifen.

Verteidigung gegen Mißbrauchsvorwürfe

Während sich die Verteidigung gegen den Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs von Kindern oft auf Tatsächlichkeiten bezieht (gab es eine Tat, wenn ja, wer ist der Täter?) erweitert sich der Schwerpunkt der Verteidigung gegen den Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs von Schutzbefohlenen und Jugendlichen oft auf auf eine Verteidigung auf rechtlicher Ebene. So kann es ungeachtet der Frage, ob es die angeklagte Tat überhaupt gab, schon aus rein rechtlichen Gründen eine Strafbarkeit ausscheiden. Grundsätzlich sind sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen nicht strafbar. Dies ändert sich nur dann, wenn besondere Umstände hinzutreten. So stellt § 174 StGB (Mißbrauch von Schutzbefohlenen) beispielsweise  auf „das Anvertrautsein zur Betreuung, Erziehung oder Ausbildung“ ab.

Die umfangreiche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zeigt, wie schwer die Abgrenzung hier in einzelnen Fällen ist. So hatte der Bundesgerichtshof über einen Lehrer zu urteilen, der ein sexuelles Verhältnis zu einer Schülerin eingegangen war, die er nur als Vertretungslehrer unterrichtet hatte. Der Bundesgerichtshof sah hier keine ausreichenden Feststellungen für ein „Obhutsverhältnis“ im Sinne des § 174 StGB und verwies die Sache zu erneuten Verhandlung an das zuständige Landgericht zurück. Das Urteil finden Sie  hier.

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Rechtsanwalt und Fachanwalt in Berlin, Gesetzbuch

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