Anwalt für Sexuelle Nötigung

Als Anwalt für Sexuelle Nötigung in Berlin verteidige und vertrete ich Sie in allen Angelegenheiten rund um dieses Thema. Mein Fachgebiet ist das Sexualstrafrecht in allen Aspekten, dementsprechend kümmere ich mich selbstverständlich auch um diesen speziellen Straftatbestand.

Sexuelle Nötigung als Oberbegriff des Sexualstrafrechts.

Was ist der Unterscheid zwischen sexueller Nötigung und Vergewaltigung? Zuerst einmal ist jede Tat gegen den Willen des Opfers eine sexuelle Nötigung. Kommt die Anwendung von Gewalt oder eine Drohung hinzu, spricht man von Vergewaltigung. Mit dem 50. Strafrechtsänderungsgesetzes vom 10. November 2016 ist das Sexualstrafrecht in seinem Kern neu definiert worden. Für den Vorwurf „sexuelle Nötigung“ reicht es aus, gegen den Willen einer Person sexuelle Handlungen vorzunehmen. Anders als früher ist die Anwendung von Gewalt oder Drohung nicht mehr notwendig, um den Tatbestand zu erfüllen. Die entsprechende Formulierung des Gesetzes lautet nun:

Nach § 177 Abs. 1 StGB kann das mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden:

§ 177
(1) Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft…….

Drohung oder Gewalt zur Durchsetzung sexueller Handlungen verlangt das Gesetz in diesem Fall nicht. Es reicht das erkennbar fehlende Einverständnis.

Der Ansatzpunkt der Verteidigung bei sexueller Nötigung:

Die Frage lautet nur: Ab wann ist es erkennbarer Sex ohne Einverstädnis?  Diese Frage ist selten leicht zu beantworten und hier setzt die Strategie eines erfahrenen Anwalts für Sexuelle Nötigung an:

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: A und B sind ein Paar. A will Sex mit B. B will nicht. A sagt: Wenn Du nicht mit mir schläfst, verlasse ich dich. B schläft mit A. Tut B das nun gegen ihren/seinen Willen? Musste A das erkennen? Kann A nun mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden? Oder hatte B keinen entgegenstehenden Willen (mehr)?

Die Neuregelung des Vergewaltigungsparagrafen wirft der Praxis sicherlich mehr Fragen als Antworten auf. Dafür bietet sie aber auch mehr Verteidigungsmöglichkeiten. Als Fachanwalt für Strafrecht mit dem Schwerpunkt Sexualstrafrecht in Berlin habe ich in zahlreichen Verfahren wegen sexueller Nötigung erfolgreich verteidigt.

Aussagepsychologie und warum sie im Sexualstrafrecht so wichtig ist.

Im Anschluss an das oben gesagte erstattet eine der beiden Seiten Strafanzeige. Aussagepsychologisch geht dies sehr häufig mit einer nachträglichen Umdeutung des Geschehens einher: Ist die körperliche Begegnung nicht so verlaufen wie das erwartet war? Oder setzen Gewissensbisse gegenüber dem betrogenen Partner ein? Oft kommt es dann zu einer Neubewertung des Geschehens. Und diese Neubewertung geschieht meist zur eigenen seelischen Entlastung: Die „Schuld“ an allem trägt der Andere. Ich wollte das alles nicht. Mir geht es jetzt schlecht, weil etwas passiert ist, das ich eigentlich gar nicht wollte.

Früher:

Nach der alten Rechtslage war die psychologische Hürde zu einer Falschaussage recht hoch: Um eine begründete Strafanzeige zu formulieren, musste von Gewalt oder Drohung die Rede sein und der echte Sachverhalt dafür verändert oder erweitert werden.

Heute:

Nach neuem Recht ist diese Schwelle leichter zu überschreiten: Die subjektive Entscheidung, ob es sich um eine spannende sexuelle Erfahrung oder eine Vergewaltigung handelt, kann auch noch am nächsten Tag getroffen werden. Dass das tatsächliche Geschehen gegen den Willen des Anzeigeerstatters stattgefunden hat, lässt sich leicht behaupten und genauso leicht in weiteren Vernehmungen wiederholen. Das tatsächlich Erlebte und seine neue Bewertung verschwimmen dabei oft soweit, dass für die Anzeigeerstatter Dichtung und Wahrheit kaum noch zu trennen sind. So kann aus einer anfänglich bewussten Falschaussage sogar eine unbewusste Falschaussage werden. Es geht nur noch um die -willkürliche- Wertung eines Geschehens.

Kommt es also zu einem Verfahren wegen sexueller Nötigung, sind solide Kenntnisse der Aussagepsychologie für die Verteidigung unverzichtbar. Die Aufgaben eines guten Verteidigers und Anwalts für Sexuelle Nötigung lauten daher:

  1. Die Staatsanwaltschaft und die Gerichte zu dem Umstand  der Aussagepsycholigie zu sensibilisieren.
  2. Die Ursachen von bewussten und unbewussten Falschaussagen herauszustellen.
  3. Das Ganze am konkreten Fall fest zu machen.

Nur ein Flirt oder schon sexuelle Nötigung?

Die neuen Vorschriften im Sexualstrafrecht haben zu einer Standardsituation bei vielen Ermittlungsverfahren geführt: In einer großen Anzahl von Fällen haben Strafanzeigen ihren Ausgang im Zuge eines ersten Kennenlernens im Zusammenhang mit Onlinedating, Clubbesuchen oder Datingveranstaltungen. Dabei scheint der äußerliche Ablauf auf einvernehmlichen Sexualkontakt hinauszulaufen. Zwei Menschen kommen sich schnell, vielleicht zu schnell, nahe.

Die Folge: Aussage gegen Aussage.

Erklärt nach dem Sex ein Beteiligter oder eine Beteiligte (in fast allen Fällen geht die Anzeige von Frauen aus), alles oder Teile des Geschehens hätten sich gegen ihren oder seinen Willen abgespielt, kommt es bei einer Strafanzeige zu einem staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren. Dass dabei regelmäßig Aussage gegen Aussage steht, ist im Sexualstrafrecht nicht neu. Der Umgang mit dieser Situation gehört zum sicheren Handwerkszeug eines erfahrenen Strafverteidigers im Bereich des Sexualstrafrechts.

Reale Gefahr, auch ohne objektive Beweise.

Neu ist, dass auch ohne objektive Beweise (Bsp. Tatwaffe, Verletzungen) ein Ermittlungsverfahren für den Beschuldigten gefährlich werden kann. Das vermeintliche Opfer hat die Ausgangssituation selbst geschaffen und kein nachvollziehbares Verhalten nach der angeblichen Tat gezeigt? Auch das ist nichts Ungewöhnliches in solch einem Verfahren und es sollte nicht unterschätzt werden. Die Behauptung, es sei etwas ohne den Willen der Anzeigeerstatterin passiert, steht erst einmal im Raum und die Justizmaschine nimmt Fahrt auf. Die Anzeigenden scheinen eine fast unkontrollierbare Macht über die vermeintlichen Täter bekommen zu haben. Selbstverständlichkeiten wie die Unschuldsvermutung kommen nicht selten unter die Räder. Oft ist die Überlegung der Ermittlungsbehörde: „Wieso sollte die Zeugin denn lügen?“ Dabei wäre die richtige Frage: „Wieso sollte der Beschuldigte die Tat denn begehen, woher wissen wir, dass die Angaben der Zeugin richtig sind?“

Meine bisherigen Erfahrungen mit der neuen Gesetzeslage zeigen, dass Vorwürfe einerseits schneller zur Anklage gebracht werden, gleichzeitig aber die Anzahl an Freisprüchen steigt. Umso mehr sollten Sie sich von Anfang an kompetent beraten lassen, am Besten von einem Fachanwalt für Strafrecht mit dem Schwerpunkt Sexualstrafrecht und erfahrenen Anwalt für Sexuelle Nötigung.

Wie ist das Vorgehen bei einer Anklage?

Haben Sie Post oder Besuch von den Polizei bekommen? Dann ist es wichtig, dass Sie ruhig bleiben und sofort einen Anwalt hinzuschalten. Als Anwalt für Sexuelle Belästigung gehören solche Fälle zu meiner täglichen Arbeit, Ich bewahre einen kühlen Kopf, berate meine Mandanten und kläre sie über die Möglichkeiten sowie die nächsten Schritte auf.

Steht eine Verhandlung an oder befinden Sie sich gar in Untersuchungshaft, kann ich selbstverständlich auch Ihr Strafverteidiger für Sexuelle Belästigung sein. Sie können mich hierbei auf folgenden Wegen erreichen:

Was tun im Notfall?

Bei Festnahme oder bei einer Hausdurchsuchung bin ich selbstverständlich auch im Notfall für Sie da.

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